Jugendliche für Forschung und Technik begeistert

Eine neugierige Schulklasse und ein Truck voller Wissenschaft. Mehr braucht es nicht für einen spannenden Tag im Zeichen technischer Innovationen. Doch damit nicht genug, bot der Besuch des doppelstöckigen InnoTrucks an der Martin-Luther-Schule in Rimbach noch weit mehr Abwechslung. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Michael Meister, hatte sich den Ter-min in seinem Wahlkreis freigehalten und begleitete gemeinsam mit Bürgermeister Holger Schmitt die Jugendlichen bei ihrer Entdeckungstour durch die interaktive Ausstellung.

Hoher Besuch im InnoTruck. Dr. Andreas Jungbluth (r.) informierte über die BMBF-Initiative InnoTruck. Seine Gäste (v.r.n.l.): Dr. Michael Meister, Staatssekretär im BMBF, Holger Schmitt, Bürgermeister Rimbach, und Beate Wilhelm, Schulleiterin der Martin-Luther-Schule.

„Es ist noch gar nicht lange her, da war es selbst für Experten undenkbar, dass jeder einen eigenen Computer besitzt. Heute haben die meisten ihr Smartphone immer dabei“, erinnerte Dr. Dominik Klinkenbuß die Schülerinnen und Schüler der Luther-Schule am frühen Montagmorgen daran, wie schnell technologische Innovationen sich durchsetzen können. Klinkenbuß reist mit seinem Kollegen Dr. Tobias Schwalbe ganzjährig als wissenschaftlicher Begleiter mit dem InnoTruck durch Deutschland und informiert vor allem an Schulen, aber auch an Messen und öffentlichen Plätzen über zukunftsweisende Technologien und aktuelle Forschungsprojekte. Lehrerin Jutta Schäfer zeigte sich begeistert, dass sie die mobile Ausstellung an die Martin-Luther-Schule lotsen konnte: „Wir sind eine MINT-freundliche Schule mit Schwerpunkt in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Da passt der InnoTruck natürlich wunderbar zu unserem Lehrangebot.“

Die Zukunft mit MINT aktiv mitgestalten

Unter den Zuhörern befand sich auch Dr. Michael Meister, dessen Ministerium den InnoTruck bereits 2017 ins Leben gerufen hat. Meister lobte die örtlichen Schulen und Bildungseinrichtungen für deren Engagement in den Naturwissenschaften. „Wir wollen darüber informieren, was Innovationen sind und wo sie stattfinden. Deshalb zeigt der InnoTruck, was technisch möglich ist und wo Chancen aber auch Risiken liegen,“ sagte der Parlamentarische Staatssekretär und ergänzte, "deshalb freue ich mich auch auf den MINT-Campus, den das Land Hessen hier in der Region mit ganz ähnlichem Ziel errichten wird.“ Bürgermeister Holger Schmitt appellierte an die Schülerinnen und Schüler, sich ihren Forschergeist zu bewahren und neue Technologien positiv aufzunehmen. Dabei erinnerte sich Schmitt, wie er selbst in seiner Jugendzeit mit den ersten kommerziell verfügbaren Computern nächtelang programmiert habe und sogar mit einem Freund versuchte per Laserstrahl Daten quer durch Rimbach zu übertragen.

Einblicke in die künftige Arbeitswelt

Wie in der Erlebnisausstellung viel Wissenswertes durch Elemente zum Anfassen und Mitmachen vermittelt wird, konnten die Besucher selbst ausprobieren. Bei einem Experiment erstellten die beiden Politiker mit einem handlichen 3D-Scanner ein digitales Modell. Anwendung finden solche modernen Geräte beispielsweise im industriellen Umfeld, um die Form mechanischer Bauteile sprichwörtlich im Handumdrehen zu digitalisieren. Anhand der Pläne können bei Bedarf schnell Ersatzteile per 3D-Druckverfahren hergestellt werden.

Dass die Digitalisierung auch das Potenzial hat, die Arbeitswelt in der industriellen Produktion zu revolutionieren zeigte eine Vorführung mit dem kompakten Tischroboter YuMi. Anders als große Industrieroboter soll er nicht isoliert und automatisiert arbeiten, sondern gemeinsam mit menschlichen Kollegen komplexe Arbeitsschritte durchführen. Vor den staunenden Schülern baute Dr. Klinkenbuß vom InnoTruck-Team Hand in Hand mit dem Roboter eine digitale Armbanduhr zusammen. Staatssekretär Meister betonte in diesem Zusammenhang, dass Deutschland in der Robotik weltweit führend sei und laut aktueller Studien die zunehmende Automatisierung nicht etwa dazu führe, dass Arbeitsplätze verloren gingen. Vielmehr würde dies viele Unternehmen dazu bewegen, ihre Produktion aus Niedriglohnländern wieder in die Heimat zurückzuholen.

Und die Begeisterung blieb bei den Jugendlichen hängen. Mit viel Neugier begutachteten sie direkt im Anschluss des Vortrags die zahlreichen Exponate der Ausstellung und suchten das Gespräch mit den begleitenden Wissenschaftlern. Eine Sonderausstellung zum Wissenschaftsjahr 2020 informierte zudem im Obergeschoss des Fahrzeugs darüber, was Bioökonomie bedeutet und wie der Wandel zu einer biosbasierten Wirtschaft zur Lösung aktueller Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourceneffizienz oder Nahrungsmittelsicherheit beitragen kann.