Forschung für eine biobasierte Wirtschaft

Eine wachsende Weltbevölkerung, der Klimawandel, der Rückgang nutzbarer Flächen und die Verknappung wichtiger Ressourcen stellen die heutige Landwirtschaft vor große Herausforderungen.

Die Vereinten Nationen erwarten bis zum Jahr 2050 ein globales Bevölkerungswachstum auf fast zehn Milliarden Menschen. Damit auch dann ausreichend Nahrung produziert werden kann und die Agrarwirtschaft gleichzeitig nachhaltiger betrieben wird als heute, sind große Umwälzungen erforderlich.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert deshalb große Verbundforschungsprojekte zum Thema „Agrarsysteme der Zukunft“ mit neuen, nachhaltigen Denk- und Organisationsansätzen.

Der Zukunftsprozess „Agrarsysteme der Zukunft“

Wie kann die Agrarwirtschaft der Zukunft am besten an die bestehenden Herausforderungen angepasst werden? Wo muss hierzu schwerpunktmäßig geforscht werden, und wie kann die Forschungs- und Innovationspolitik der Bundesregierung hier unterstützen?

Um im Rahmen des Zukunftsprozesses „Agrarsysteme der Zukunft“ Antworten auf all diese Fragen zu finden, lud das BMBF bereits im Jahr 2014 eine Vielzahl von Akteuren zum gesellschaftlichen Austausch ein. Damit Wissen aus möglichst vielen verschiedenen Blickwinkeln in den Prozess einfließen konnte, wurden Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verbänden beteiligt.

Der Projektverbund „Agrarsysteme der Zukunft“

Aus den Ergebnissen des Zukunftsprozesses ging eine Förderrichtlinie des BMBF zu den Agrarsystemen der Zukunft hervor. Auf ihrer Grundlage stellte das Bundesforschungsministerium in einem mehrstufigen Auswahlverfahren in der Konzeptphase ca. 2,7 Mio. Euro und für die erste Umsetzungsphase ca. 43 Mio. Euro an Fördermitteln bereit.

Seit Januar 2019 werden vom BMBF acht große Verbünde gefördert. Diese besteht aus einem Koordinierungskreis mit den Vertretern der acht geförderten Projektkonsortien, einer zentralen Koordinierungsstelle sowie einem begleitenden Gutachtergremium. Neben der optimalen Vernetzung der Projekte untereinander soll auch ein intensiver Ideenaustausch mit der Bevölkerung aktiv vorangetrieben werden.

Forschungsprojekte für „Agrarsysteme der Zukunft“

Die Forschung zu bioökonomischen Anwendungen in den „Agrarsystemen der Zukunft“ betrachtet die verschiedenen Aufgaben und Herausforderungen nach dem berühmten Motto von Aristoteles: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“. Sie geht über herkömmliche Denkweisen hinaus, vernetzt Wissen über bestehende Grenzen hinaus und bringt verschiedenste Akteure in interdisziplinären Teams zusammen.

Die Agrarsysteme der Zukunft nutzen neuartige, manchmal auch ungewöhnliche Handlungsalternativen. Dabei sollen moderne Schlüsseltechnologien (z. B. Informations- und Kommunikationstechnologien, Sensorik und Robotik) eingesetzt werden, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Allerdings stehen die Forschungsarbeiten auch im Spannungsfeld zwischen technischer Machbarkeit, ökologischer Tragfähigkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz.

Die „Agrarsysteme der Zukunft“ sind flexibel an die jeweiligen Bedingungen an einem Standort oder in einer Region angepasst. Sie sind hoch widerstandsfähig gegenüber wechselnden Klima- und Umweltbedingungen. Darüber hinaus sind sie flexibel auf variable gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Bedingungen ausgerichtet.

Die folgenden acht Forschungsprojekte sind beteiligt: