ENSURE App: Freiwillige Helfer per Handy benachrichtigen

Bei Unwettern, Überschwemmungen oder anderen Katastrophen wird jede helfende Hand gebraucht. Um freiwillige Helferinnen und Helfer besser koordinieren zu können, wurde in einem Forschungsprojekt die Handy-App ENSURE entwickelt und getestet. 2016 führte die Berliner Feuerwehr hierzu einen Feldversuch durch.

Die ENSURE App benachrichtigt ihren Nutzer, wenn im Katastrophenfall Helfer benötigt werden. Dadurch werden die freiwilligen und professionellen Kräfte besser koordiniert und können schneller helfen. Sensible Einrichtungen wie Kindergärten können über die App bereits im Vorfeld Helferkapazitäten aufbauen, auf die sie dann im Ernstfall zurückgreifen können.

Eine zündende Idee

Grundlage war die wissenschaftliche Untersuchung von Mithilfe. Dabei ging es nicht nur um technische oder organisatorische Aspekte, sondern auch darum, wie Menschen zum Helfen motiviert werden können. Untersucht wurde auch das Verhalten von Menschen bei Katastrophen und die Akzeptanz von freiwilligen Helfern bei der Bevölkerung und den Einsatzkräften. Auch datenschutzrechtliche und ökonomische Aspekte waren Gegenstand des Projekts.

Potenziale nutzen

In das System sollen vor allem Helferinnen und Helfer eingebunden werden, die professionelle Fähigkeiten besitzen, beispielsweise medizinische Kenntnisse oder technisches Wissen im Bereich Haustechnik und Arbeitsschutz. Besonders wichtig sind ausgebildete Ersthelfer, die bei Unfällen oder im Katastrophenfall Soforthilfe leisten könnten. Diese zivilen Mithelfer können über die App ENSURE gezielt mobilisiert und alarmiert werden. Eine Antwort-Funktion ermöglicht eine direkte Rückmeldung, sodass die professionellen Kräfte besser planen können.

Von der Hilfsbereitschaft zur echten Hilfe

Einsatzaufträge für freiwillige Helferinnen und Helfer werden von der Leitstelle formuliert und versendet. Die Helfer, die die App installiert haben, bekommen eine entsprechende Nachricht aufs Handy und können den Auftrag annehmen oder ablehnen. Die Aufträge beinhalten auch Schutzanweisungen. Freiwillige Helfer können zudem geschützte Räume und Sammelstellen organisieren. Nach dem Eintreffen professioneller Kräfte können die Mithelfer Lageinformationen geben, den Weg weisen, unterstützen und entlasten. Mit Testalarmen und einer Vollübung wurde das System in Berlin bereits erprobt.