Biokompatibler Blasenkatheter: Diamanten als Infektionsschutz

Beim Einführen eines Blasenkatheters in die Harnröhre können trotz aller Hygienemaßnahmen manchmal Bakterien eingeschleppt werden. Daraus resultierende Verkrustungen am Katheter können zu Infektionen oder Verletzungen beim Entfernen führen. Eine spezielle Kohlenstoff-Nanobeschichtung dämmt diese Gefahr ein.

Ein deutsches Nanotechnologie-Unternehmen entwickelte zusammen mit der Universitätsklinik Bonn eine spezielle Nanobeschichtung. Diese besteht aus einer Schicht aus Kohlenstoffstrukturen, ist 50 Nanometer dünn, chemisch beständig, gewebeverträglich und reibungsarm. Wie durch medizinische Tests und die anschließende Marktzulassung bestätigt wurde, siedeln sich auf der Schicht keine Keime mehr an.

Mehr Hygiene und Sicherheit für den Patienten

Die Verbesserung der Katheterbeschichtung bietet zahlreiche Vorteile für den Patienten. Besiedeln Bakterien die Katheteroberfläche, bildet sich ein kristalliner Biofilm, der sich zu einer festen Kruste aufbaut. Dadurch besteht die Gefahr einer Harnwegsinfektion. Beim Entfernen des Katheters verletzt diese Kruste das Innere der Blase und der Harnröhre. Entzündungen, Vereiterungen, schlimmstenfalls sogar eine Blutvergiftung sind die Folge. Der biokompatible Blasenkatheter ist mit einer Beschichtung aus diamantähnlichem amorphem Kohlenstoff ausgerüstet, der Bakterienbiofilme und Inkrustationen abweist.

Zukunftsmaterial Nanobeschichtung

Nanobeschichtungen wird es in Zukunft noch häufiger geben. Es sind bereits Hörgeräte im Handel, die dank einer schmutzabweisenden Nanobeschichtung hygienischer bleiben und dadurch helfen, Infektionen zu vermeiden. Auch im Körperinneren können Nanobeschichtungen eingesetzt werden, z. B. um Gelenkimplantate verschleißärmer zu machen oder sie besser biologisch an das umliegende Knochengewebe anzupassen.

 

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