Apps für die zivile Sicherheit

Durch den Klimawandel kommt es weltweit immer häufiger zu Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Stürmen. Zusätzlich können Cyber-Kriminalität oder Industrieunfälle sensible Infrastrukturen wie die Kommunikationsnetze gefährden. Neu entwickelte Apps unterstützen im Ernstfall Bevölkerung und Einsatzkräfte. Zum Beispiel die Apps „smarter“ oder „AHA“.

Handys und Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Bricht bei Katastrophen das Kommunikationsnetz zusammen, beunruhigt das viele Menschen und erschwert die Weitergabe von Hinweisen an die Bevölkerung. Das Projekt smarter (Smartphone-based Communication Networks for Emergency Response) arbeitet daran, im Notfall eine infrastruktur­unabhängige Kommunikation über Smartphones zu ermöglichen.

smarter-App: sicherer durch „Kommunikationsinseln“

Die smarter-App vernetzt Smartphones miteinander, die dann als „Kommunikationsinseln“, direkt miteinander kommunizieren. Haben sich die Telefone miteinander verbunden, ermöglicht die App nicht nur das Austauschen von Botschaften zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch die Weitergabe wichtiger Informationen von den Behörden an die App-Nutzer.

smarter-App: vielfältige Möglichkeiten

Die Kommunikation über die smarter-App bietet das Potenzial für wichtige Funktionen:

  • Hilferufe an Personen in der Nähe
  • Suche nach vermissten Personen
  • Kommunikation über Textnachrichten
  • Versenden eines Lebenszeichens
  • Hilfsanfragen und Hilfsangebote einstellen
  • Kommunikation von Verhaltenshinweisen und behördlichen Informationen zur aktuellen Lage

smarter-App: Praxistauglichkeit im Mittelpunkt

Bei der Entwicklung der App steht nicht nur die Technik im Mittelpunkt, sondern auch die Alltagstauglichkeit. Die smarter-App muss nicht nur zuverlässig und ausfallsicher sein, sondern von den Nutzern auch akzeptiert werden und in der Praxis funktionieren. Auch rechtliche Fragen werden im Projekt geprüft. Die App ermöglicht eine Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Behörden und Bevölkerung und die Einbindung des Hilfe- und Selbsthilfe-Potenzials der Bevölkerung in das Katastrophenmanagement.

AHA: Material und Helfer rekrutieren

Mit dem Forschungsvorhaben AHA (Automatisiertes Helferangebot bei Großschadenslagen) soll eine Smartphone-App entstehen, mit der sich freiwillige Helferinnen und Helfer registrieren und von der Feuerwehrleitstelle im Katastrophenfall angefordert werden können. Auch technisches Gerät kann mit der App registriert werden. Alle Eingaben zum technischen Material und zur Qualifikation der Helfer werden überprüft. Im Ernstfall werden die Informationen und der aktuelle Aufenthaltsort der Helfer im Leitstellensystem freigeschaltet, sodass die Freiwilligen angefordert werden können.

AHA: Unterstützung für die Feuerwehr

Für die Feuerwehr hat AHA große Vorteile. Das System wird direkt in die Leitstellensoftware integriert, sodass die Disponenten dort zivile Helfer genauso koordinieren können wie die Feuerwehrleute. Ihnen werden nur Helferinnen und Helfer vorgeschlagen, die geeignet und in der Nähe sind. Über den Einsatz der Helfer entscheiden die Disponenten dann selbst. Bei Großschadenslagen können so schnell und unkompliziert zusätzliche Ersthelfer und Ressourcen mobilisiert werden.

AHA: Perspektive ziviler Helfer einnehmen

Viele Menschen wollen im Ernstfall helfen. Eine stichprobenartige Umfrage im Rahmen des AHA-Projektes ergab, dass rund drei Viertel der Befragten mit medizinischen oder handwerklichen Fähigkeiten bei einer Katastrophe freiwillig mithelfen würden. Wichtig für eine Nutzung der AHA-App war den meisten Befragten aber der Schutz ihrer Daten und Privatsphäre. In der App werden die Aufenthaltsorte der Freiwilligen deswegen nur dann erfasst, wenn eine Großschadenslage vorliegt. Auch Fragen der Haftung für eventuelle Schäden werden im Projekt verfolgt.

 

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