Löwenzahn und Autoreifen

In der Schule hatte sich Dr. Janina Epping in ihrem Leistungskurs mit Geschichte beschäftigt. Das Fach auch zu studieren, lag für sie daher auf der Hand. Doch ihre Studienberaterin brachte sie auf eine ganz neue Idee: Biowissenschaften. Nach dem Gespräch war Epping klar: „Ich will herausfinden, wie Leben funktioniert.“ Und so bewarb sie sich für einen Studienplatz in der Biotechnologie.

Nach erfolgreichem Erreichen ihres Doktortitels entschied sie sich für eine Stelle als Forscherin in der Pflanzen-Biotechnologie an der Universität Münster. „Wir Pflanzen-Biotechnologen versuchen Pflanzen besser zu verstehen und dann Pflanzen zu züchten, die mehr Ertrag bringen oder resistenter gegenüber Krankheiten oder den Veränderungen des Klimawandels sind.“, fasst die Wissenschaftlerin ihren Beruf zusammen.

Unter anderem hat sich die Wissenschaftlerin in einem ihrer Projekte schon dem Löwenzahn gewidmet und der Frage, wie der er Naturkautschuk herstellt. Denn wer herausfindet, wie die Pflanze den Stoff produziert, kann ihn auch in anderem Bereichen nutzen. Zum Beispiel wäre es denkbar, den Naturkautschuk als Basis für Autoreifen zu nutzen.

Ihr beruflicher Alltag ist wie eine Art Abenteuer für sie: „Am besten gefällt mir, dass jeder Tag anders ist und etwas Neues bringt. Man arbeitet im Team, um zusammen etwas heraus zu finden, was noch niemand weiß. Das ist ein großes Abenteuer und es wird nie langweilig

Besonders jungen Frauen, die sich gerade mit ihrer Berufswahl beschäftigen, rät sie: „Studiert auf alle Fälle das, worauf ihr wirklich Lust habt. Fragt euch, was euch begeistert, und nicht, womit ihr am meisten Geld verdient. Denn wie sich der Berufsalltag nachher gestaltet, kann man sich am Anfang des Studiums ohnehin nicht recht vorstellen. Aber zu ergründen, was einen schon immer interessiert hat, das kann man.“

 

Das Interview wurde uns freundlicherweise von der Initiative „Komm mach MINT“ zur Verfügung gestellt. Die Fragen stellte Ilona Jerger.